Mühle Altenplos

Seit 1771 ist die Familie Höhn Betreiber und Eigentümer der Mühle

Die Geschichte der Mühle

1398 war Altenplos – im Landbuch Bayreuth urkundlich dokumentiert – ein Dorf mit 14 Häusern, zu denen auch diese Mühle gehörte. Sie ist somit über 600 Jahre alt. Adelige waren lange Zeit die Grundherren und Besitzer, verschiedene Müllerfamilien die Betreiber. Im 30jährigen Krieg (1618-1648) zerfiel sie und musste 1660 neu aufgebaut werden.

Seit 1771 in Familienbesitz

Seit 1771 ist die Familie Höhn Besitzer und Betreiber der Korn- und Sägemühle. 1808 wurde das Mühlengebäude aus hiesigem Sandstein neu errichtet. Nach dem verheerenden Brand 1963 übernahm Fritz Höhn 1983 Mühle, Wehr und Triebwerk – das Hauptgebäude wurde reines Wohnhaus – und erwarb 1992 auch das stillgelegte Sägewerk zurück. Ab Herbst 1995 baute er die Nebengebäude für seinen Druck- und Versandservice um. Die Mühle ist heute Mitglied im Verband Bayerischer Wasserkraftwerke und produziert Strom aus der Wasserkraft des Roten Mains und aus Sonnenlicht.

Allgemeine Information

HOLZ

Die Schneidmühle wurde 1951 bis 1953 von Karl Höhn ausgebaut. 1955 wurde zur Modernisierung ein neues „Sägegatter“ angeschafft, gebaut in den 30er Jahren von der sächsischen Firma Lein in Pirna. Es steht noch als „Industriedenkmal“ im ehemaligen Sägewerk, das in den 60er Jahren an eine Schreinerei verpachtet war und in den 70er Jahren stillgelegt wurde. 1992 konnte es das Ehepaar Margit & Fritz Höhn von Karl Höhn zurückerwerben. Heute sind dort Büro, Lager, Versand und Druckerei untergebracht.

KORN

Die Getreidemühle wurde 1947 modernisiert, ein Jahr später das vom ständig „nagenden und bohrenden Wasser“ des Roten Mains schwer beschädigte Stauwehr neu gebaut (vorher aus Holz). 1963 brach im Mühlengebäude durch einen technischen Defekt ein Brand aus, der viel Schaden anrichtete. Beim Wiederaufbau wurde das Mahlwerk nicht wieder instandgesetzt, sondern stillgelegt. 1967 wurde auch die kleine Landwirtschaft aufgegeben – Pferde und Hühner werden heute noch gehalten.

STROM

Bereits 1907 gab es in Altenplos elektrischen Strom. Adam Linhardt, der damals den Mühlen- und Sägewerksbetrieb führte, hatte zusätzlich zum Mühlrad eine Turbine eingebaut, so dass durch den Generator und eine einfache Gleichstromleitung von 110 Volt – auf Holzmasten mit Porzellanisolatoren – das Dorf versorgt werden konnte. Eine große Speicherbatterie lieferte den Nachtstrom.  Bei Hochwasser gab es zeitweise kein Licht. 1927 beschloss der Gemeinderat eine Ortsbeleuchtung mit je 3 Lampen in Altenplos und Grüngraben und einer am Bahnhäuslein. Die BELG installierte ein neues Ortsnetz und ein Transformatorenhäuschen und schloss dieses an die allgemeine Stromversorgung mit 220V Wechselspannung an, wobei Bürgermeister Erhard Riedel in seinem
Haus persönlich den Schalter überwachte. Die heutige Turbinenanlage wurde 1964 eingebaut. Die Mühle produziert nach wie vor umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft, inzwischen auch aus Sonnenenergie.

Text: Karla Fohrbeck

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